Spargel und Beeren sind beliebt bei den Verbrauchern, doch steigende Kosten, Witterungsextreme und wachsender Importdruck setzen die heimische Produktion unter Druck.
Erdbeeren und Spargel sind im Sortiment die Frühlingsboten schlechthin und genießen beim Konsumenten einen hohen Stellenwert. Was der Kunde jedoch nicht sieht, sind die immer schwierigeren Rahmenbedingungen, denen die Produzenten gegenüberstehen. Nicht nur Wetterextreme in Form von Frost, Starkregen oder Hagel können eine Ernte zunichtemachen. Auch Kostensteigerungen bei Betriebsmitteln und insbesondere bei den Lohnkosten machen es unumgänglich, diese an die nachgelagerten Handelsstufen weiterzugeben. Allein der Lohnanteil schlägt durch die unumgängliche Handernte bei den meisten Obst- und Gemüsearten stark ins Gewicht – bei Erdbeeren liegt er bei rund 50 % aller Kosten. Auch wenn Deutschland nicht das Feld der Mindestlöhne anführt, ergeben sich deutliche Unterschiede der Lohnniveaus zu wichtigen Lieferländern wie Spanien, Polen oder Portugal.
Bei Heidelbeeren, deren Saison sich an die des Spargels anschließt, wird mit Blick auf das hohe Lohnniveau und die Konkurrenz aus anderen Ländern bereits zunehmend maschinell gepflückt. Doch die Kombination aus langanhaltenden Niederschlägen und Hitzewellen zeigte, dass die Technik aufgrund zu weicher Beeren an die Grenzen stoßen kann.
Es stellen sich die Fragen: Wie hat sich das Konsumverhalten bei den steigenden Verbraucherpreisen zuletzt entwickelt? Und wie stellen sich die deutschen Obst- und Gemüseproduzenten auf die Zukunft ein? Wird der Anbau ein weiteres Mal Boden verlieren? Oder werden Importe mehr und mehr die Oberhand gewinnen, wie es bei den Heidelbeeren und Himbeeren bereits der Fall ist? AMI