„Als zweitgrößtes Obstanbaugebiet Deutschlands bleibt die Bodenseeregion bedeutend für die heimische Erzeugung“, betont Erich Röhrenbach, Vorsitzender der Obstregion Bodensee e.V. 

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Image: Obst vom Bodensee Marketing GmbH, Nicole Keßler

(v.l.) Lara Baur, Bodensee-Apfelprinzessin, Emelie Witzigmann, Bodensee-Apfelkönigin, Martin Hahn, MdL, Marlene Löhle, Bodensee-Apfelprinzessin, Manuela Heinrich, Geschäftsführerin OVB Marketing GmbH, Jürgen Nüssle, Geschäftsführer WOG Raiffeisen e.G., August Schuler, MdL, Hartwig Roth, Vizepräsident LVEO BW, Dr. Ulrich Mayr, stellv. Geschäftsführer KOB Bavendorf, Dr. Manfred Büchele, Geschäftsführer KOB Bavendorf, Prof. Dr. Alexander Bruns, Landtagskandidat, Monika Steffelin, Obsthof Steffelin, Karl-Heinz Mayer, Vizepräsident BLHV e.V., Anja Renz, Geschäftsführerin Obstregion Bodensee e.V., Roswitha Geyer-Fäßler, Vizepräsidentin LBV BW, Sabine Kurtz, Staatssekretärin MLR BW, Erich Röhrenbach, Vorsitzender Obstregion Bodensee e.V., Bernhard Eisenhut, MdL, Thomas Heilig, Vorsitzender Obstregion Bodensee e.V., Klaus Burger, MdL, Simon Pfluger, Ortsvorsteher Ittendorf, Christoph Steffelin, Obsthof Steffelin

Während andere Regionen 2024 durch Spätfröste beeinträchtigt waren, konnte der Bodenseeraum eine überdurchschnittliche Ernte einfahren und stellte rund 45 % der deutschen Apfelproduktion. Die Obstbauern vom Bodensee erwarten 2025 rund 227.000 t Äpfel – etwas weniger als im Vorjahr, aber mehr als 2023. Die Qualität ist sehr gut: ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis und gute Festigkeit.

Röhrenbach beschreibt ein mildes Frühjahr mit ausreichenden Niederschlägen. Kritisch wurde es im Sommer, doch Regen Ende Juli sorgte für Entspannung. Auch Birnen konnten gut wachsen.

Neben positiven Marktaussichten verweist er auf Herausforderungen wie die geplante Mindestlohnerhöhung. Besonders im arbeitsintensiven Obstbau führt dies zu enormen Kosten. Schutzsysteme, Bewässerung und Projekte wie FAIRDI seien essenziell für Zukunftssicherheit, Biodiversität und Familienbetriebe. FAIRDI steht für weniger Pflanzenschutz, mehr Biodiversität und höhere Gewinnbeteiligung für Erzeuger – „Fair zur Umwelt, fair für die Gesellschaft und fair zum Erzeuger“. Der Vorsitzende appelliert an junge Erwachsene, regionale Früchte statt Überseeprodukte zu wählen – für kurze Transportwege und regionale Biodiversität.

Neue Geschäftsführerin stellt sich vor

Anja Renz, neue Geschäftsführerin der Obstregion Bodensee e.V., war bereits 2019 als Interimsgeschäftsführerin während des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ aktiv. Als Juristin und im Nebenerwerbsbetrieb ihres Mannes bringt sie sowohl fachliche Kompetenz als auch Leidenschaft für die Interessen der Obstbaubetriebe mit. 

Sabine Kurtz, Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, betont die Bedeutung des Bodensee-Obstbaus für die Eigenversorgung – jeder vierte Apfel in Deutschland stammt von dort. Sie lobt die Qualität der Region und Projekte wie FAIRDI, das vom Ministerium gefördert wird. Förderprogramme für den Obst- und Gemüsesektor bieten Erzeugerorganisationen zusätzlichen Handlungsspielraum. Staatssekretärin Kurtz hebt die gesellschaftliche Relevanz des Obstbaus hervor: für Ernährungssicherheit, Wirtschaft und Landschaftspflege. Außerdem betont sie die Rolle des Kompetenzzentrums Obstbau-Bodensee (KOB) als Zentrum für Forschung, Bildung und Innovation.

Dr. Ulrich Mayr, stellv. Geschäftsführer des KOB, sieht große Chancen in neuen, schorfresistenten Apfelsorten. Diese entsprechen den Marktanforderungen, ermöglichen weniger Pflanzenschutz und senken Kosten – ein Wunsch vieler Verbraucher.

Markt und Prognose

Deutschland produziert 14,68 % mehr Äpfel als im Vorjahr. Die größten Anbauregionen sind Niederelbe (319.000 t) und der Bodensee (227.000 t), die zusammen 60 % der deutschen Produktion stellen. Hauptsorten: Elstar, Jonagold, Braeburn, Gala – Elstar bleibt mit 202.000 t führend. 

Jürgen Nüssle, Geschäftsführer der Württembergischen Obstgenossenschaft Raiffeisen eG (WOG), wünscht sich mehr Wertschätzung für regional erzeugtes Obst. Steigende Kosten bei stagnierenden Preisen gefährden die Wirtschaftlichkeit: „Wir brauchen politische Unterstützung.“