In vielen Familien wurden hierzu am Vorabend des Nikolaustags die Stiefel geputzt und dann vor die Tür gestellt, in der Hoffnung, dass diese über Nacht mit Süßigkeiten, kleinen Geschenken sowie Äpfeln, Citrusfrüchten und Nüssen befüllt werden. Musste für den Kauf der frischen Gaben in diesem Jahr tiefer in die Tasche gegriffen werden oder nicht?

Der Handel hat schon seit Wochen zahlreiche Weihnachtsartikel angefangen von Lebkuchen, Weihnachtsgebäck über die Schoko-Nikoläuse im Sortiment. Vor dem Nikolausfest wird zudem kräftig die Werbetrommel für Rote Äpfel, Citrusfrüchte und Nüsse gerührt. Sind es doch die Produkte, die auf einem traditionellen Nikolausteller bzw. Stiefel nicht fehlen dürfen. Während Easy Peeler, Orangen und Äpfel in der Winterzeit einen Platz in den oberen Rängen der TOP-10, der meistbeworbenen Obstarten innehaben, sind in der Nikolauswoche auch Walnüsse auf Platz 4 vertreten.

Bei der AMI ist es bereit Tradition in den ersten Dezembertagen die Preise dieser Frischeprodukte im Blick zu behalten. Jedes Jahr wird für die Modellrechnung angenommen, dass ein Stiefel oder Teller mit einem Apfel, einer Orange und Clementinen/Mandarinen (jeweils 200 g) und jeweils 100 g Hasel- und Walnüssen befüllt wird. Während für die Frischprodukte als Berechnungsgrundlage die Zahlen des AMI-Verbraucherpreisspiegels herangezogen werden, wird für die Nüsse auf die Aktionspreise des LEHs der 49. Woche zurückgegriffen. Das Endergebnis überrascht nicht: Bei den meisten Produkten gab es Preissteigerungen. Somit musste in der Summe für die Bestückung des Nikolausstiefels für die Frischeprodukte 2,43 EUR ausgegeben werden nach 2,38 Euro im Vorjahr. Wie haben sich die Preise für diese Artikel gegenüber dem Vorjahr entwickelt?

Nikolausstiefel

Nikolausstiefel

Image: fotoknips/AdobeStock

Preissprung bei Äpfeln

Der Preisanstieg von 16 % gegenüber dem Vorjahr ist bei Äpfeln am stärksten. Dies ist eindeutig auf den Saisonverlauf im vergangenen und in diesem Jahr zurückzuführen. Im Herbst 2022 herrschte starker Konkurrenzdruck am Markt. Die neue Ernte musste damals mit Importäpfel aus Übersee wie auch alterntigen Äpfeln konkurrieren. Zudem war die Kaufzurückhaltung auf Verbraucherseite deutlich zu spüren, so dass zu diesem Zeitpunkt nur Äpfel, die als Aktionsware in den Geschäften lagen, zufriedenstellende Absatzzahlen hatten. Die Preise lagen aus diesen Gründen auf niedrigem Niveau.

Die Ausgangslage ist in diesem Jahr eine andere. Seit Saisonstart fließen Äpfeln bei den deutschen Vermarktern zügig ab. Nicht nur fällt in ganz Europa die Angebotsbasis bei Äpfeln, sondern auch bei allen anderen konkurrierenden Obstarten schmaler als 2022 aus. Dies schlägt sich in einem höheren Preisniveau nieder. Äpfel kosteten im Einzelhandel in der 48. Woche 2023 durchschnittlich 2,14 Euro/kg (48. KW 2022: 1,85 Euro/kg). Der Preis für einen Apfel mit 200 Gramm stieg in diesem Jahr somit auf 43 Cent gegenüber 37 Cent im Vorjahr.

Schwache Ernte verteuert Citrusfrüchte

Den Ausschlag für den Preissprung im Zitrussortiment hat die schwache Ernte Spaniens gegeben. Aufgrund der anhaltenden Dürre und der daraus resultierenden knappen Wasserverfügbarkeiten war es den Produzenten nicht möglich, die Bäume optimal zu bewässern. Aus diesem Grund klafft bei der spanischen Orangenernte in diesem Jahr eine Lücke um 8 % gegenüber dem Vorjahr, während die Clementinen-/Mandarinenernte exakt das bereits schwache Vorjahresniveau erreichen dürfte. Die Preisaufschläge sind somit angebotsbedingt. Für ein Kilogramm Orangen zahlten die Verbraucher im Durchschnitt aller Geschäftstypen 1,54 Euro/kg (48. KW 2022: 1,43 Euro/kg) und somit 31 Cent je 200 g (29 Cent). Easy Peeler kosteten in der letzten Novemberwoche 2023 hingegen 2,10 Euro/kg (42 Cent/200 g) nach 1,84 Euro/kg (37 Cent) in der Vorjahreswoche.

Nüsse günstiger als im Vorjahr

Wal- und Haselnüsse gedeihen zwar auch hierzulande, die zu beobachtenden Flächenexpansionen reichen bei weitem nicht aus, um den Jahr für Jahr steigenden Eigenbedarf Deutschlands zu decken. Das Gros der gehandelten Nüsse stammt somit aus dem Ausland. Für ungeschälte Walnüsse sind die USA, vor Frankreich und Chile als die wichtigsten Lieferanten zu nennen, während bei ganzen Haselnüssen Frankreich seit Jahren auf Platz 1 liegt. Der Blick in die Werbeblätter des Einzelhandels zeigt, dass Nüsse günstiger zu erstehen sind als vor einem Jahr. Ausschlaggebend sind die günstigeren Walnüsse. Ungeschälte Walnüsse sind als Aktionsartikel für durchschnittlich 5,58 Euro/kg zu erstehen nach 6,66 Euro/kg im Vorjahr. Ein Kilo konventionelle Haselnüsse mit Schale werden zu 7,11 Euro/kg offeriert, was ein leichtes Plus um 3 % gegenüber dem Vorjahr bedeutet. AMI