Einer der größten Treiber sei der Staat gewesen. Mit dem Credit Guarantee Fund (CGF) unterstützte die Regierung kleine und mittlere Unternehmen. Sein Volumen wuchs auf fast 64 Mrd Dollar (250 Mrd Türkische Lira) an. Über den Fonds wirkt der Staat faktisch als Garantiegeber für Kredite. Die Investitionen stiegen in den ersten neun Monaten 2017 gegenüber 2,7 % von Januar bis September 2016 um 7,9 % an. Der Export von Waren und Dienstleistungen sei um 13 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen.
Trotz der positiven Entwicklung bleibe die türkische Wirtschaft anfällig, heißt es weiter. Besonders das strukturelle Finanzierungsdefizit sei eine große Gefahr. Das CGF-Programm stimuliere die Banken zu Kreditvergaben, deren Kredit-Einlagen-Verhältnis sei in der zweiten Jahreshälfte 2017 auf 125 % gestiegen. Damit erhöhten sich nicht nur die direkten Bankrisiken, sondern auch die Wechselkursrisiken. Das sei verbunden mit dem aktuellen Leistungsbilanzdefizit. Die Situation könnte sich zuspitzen, wenn die Türkei noch mehr kurzfristiges Kapital aufwenden müsste, um das externe Defizit zu decken.
Zudem muss die Türkei steigende Zinsen fürchten, weil damit die Investitionsdynamik eingebremst würde. Vor diesem ökonomischen Hintergrund und aufgrund der Schwäche der türkischen Lira gegenüber dem US-Dollar und dem Euro dürfte sich der Inflationsdruck auf Verbraucherpreise und Produktionskosten weiter erhöhen. Steigende Preise und Steuern in Verbindung mit einer schwächeren Landeswährung würden die Kaufkraft schwächen und den privaten Konsum bremsen.